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STATUS UPDATE KW 30

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26. July 2026

Tag 2.002 – über 100.114 Tote (ACLED) und 22.530 Inhaftierte (AAPP)

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Mitglieder der myanmarischen Diaspora in den USA haben sich gemeinsam mit pro-demokratischen Netzwerken aus Europa, Australien und Asien bei einer Online-Konferenz beschlossen, eine weltweite Kampagne zur Unterstützung von Botschafter Kyaw Moe Tun zu koordinieren.

Ziel ist es, seinen Verbleib als Permanent Representative Myanmars bei den Vereinten Nationen zu sichern. Die Kampagne findet im Vorfeld der 81. Sitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen statt, die im September abgehalten wird.

Während dieser Tagung wird der neunköpfige Beglaubigungsausschuss der Vereinten Nationen darüber entscheiden, ob Kyaw Moe Tun sein Amt behalten darf oder durch einen Vertreter der Militärjunta in Naypyidaw ersetzt wird.

Kyaw Moe Tun war im Oktober 2020 von der demokratisch gewählten Regierung der National League for Democracy (NLD) unter Aung San Suu Kyi zum Permanent Representative Myanmars bei den Vereinten Nationen ernannt worden – nur wenige Monate vor dem Militärputsch.

Seit dem Staatsstreich gilt er als einer der wichtigsten diplomatischen Vertreter der demokratischen Widerstandsbewegung auf internationaler Ebene und als zentrale Stimme Myanmars bei den Vereinten Nationen. (DVB)


Die Ta’ang National Liberation Army (TNLA) hat erstmals seit dem Militärputsch 2021 direkte Gespräche mit der Junta in Naypyidaw geführt.

Die TNLA forderte einen eigenen Bundesstaat für die Ta’ang-Bevölkerung mit gleichen Verfassungsrechten wie andere Staaten Myanmars und versprach zugleich, nicht aus der Union auszutreten. Die Junta verwies jedoch auf die bestehende, begrenzte Autonomieregion Palaung und erklärte, ein neuer Bundesstaat erfordere parlamentarische Zustimmung von mehr als 75 Prozent und ein landesweites Referendum. Aufeinanderfolgende Regierungen Myanmars haben ähnliche Forderungen der United Wa State Army (UWSA) wiederholt ignoriert. Die UWSA hatte gefordert, die selbstverwaltete Wa-Region im nördlichen Shan-Staat zu einem vollwertigen Bundesstaat aufzuwerten. Die Gespräche lösten Kritik von Widerstandsgruppen aus, die der TNLA Eigennutz und eine Annäherung an das Militär vorwerfen. Beobachter sehen den Dialog als Versuch der TNLA, ihr Gebiet zu sichern und weitere Luftangriffe zu vermeiden. Parallel bereiten auch andere ethnische Gruppen Gespräche mit der Junta vor. (Frontier Myanmar)


Mindestens elf Zivilisten wurden bei Luftangriffen der Junta auf die Gemeinde Thandwe im Bundesstaat Rakhine am 23. und 24. Juli verletzt.

Die Luftangriffe richteten sich gegen von der Arakan Army (AA) kontrollierte Küstengebiete.

Gleichzeitig leiden Tausende Vertriebene im gesamten Bundesstaat unter zunehmender Nahrungsmittel-knappheit, Krankheitsausbrüchen und den schlimmsten Überschwemmungen nach zwei Jahrzehnten aufgrund der hohen Ufererosion.

Die jüngsten Angriffe folgten auf weitere Luftschläge in der Region. Nach Angaben der AA wurden bei den Angriffen in den Gemeinden Thandwe, Taungup und Ponnagyun insgesamt fünf Zivilisten getötet und 29 weitere verletzt.

Alle drei angegriffenen Gemeinden waren zwischen März und November 2024 während der groß angelegten Offensive der AA eingenommen worden. Die Gruppe kontrolliert inzwischen 14 der 17 Gemeinden in Rakhine sowie zusätzlich Paletwa im Bundesstaat Chin. (DVB)


Drei humanitäre Helfer wurden im Township Yebyu in der Region Tanintharyi tot aufgefunden.

Nach Angaben der örtlichen Hilfsorganisation „The Ants“ gehörten die drei Männer zu deren freiwilligen Helfern. Eine den Opfern nahestehende Quelle erklärte, dass die drei Helfer am 9. Juli gemeinsam mit Bewohnern des Dorfes Kamauk Chaung verschleppt worden seien. Sie seien auf eine Kolonne der Militärjunta gestoßen, während sie die Evakuierung der Dorfbewohner unterstützten und humanitäre Hilfe leisteten.

Der Quelle zufolge wurden die drei Helfer zusammen mit rund 30 Dorfbewohnern von den vorrückenden Soldaten als menschliche Schutzschilde missbraucht. Über ihr Schicksal war zunächst nichts bekannt, bis Dorfbewohner ihre Leichen am Montag entdeckten.

Nach Angaben der Dawei District People’s Defense Force (PDF) waren Anfang des Monats mehr als 500 Soldaten der Militärjunta aus Infanteriebataillonen in Kalein Aung und Thayetchaung in zwei Kolonnen durch Dörfer im Township Yebyu vorgerückt. (The Irrawaddy)


Einheiten der Militärjunta, die am 4. Juli zwei Dörfer im Township Indaw in der Region Sagaing besetzt hatten, haben sich nach einer zweiwöchigen Besatzung zurückgezogen.

Dies berichten Quellen aus dem Widerstand. Der Rückzug erfolgt vor dem Hintergrund intensiver Kämpfe entlang des strategisch wichtigen Mandalay–Myitkyina-Korridors.

Die Truppen zogen sich aus den Dörfern Maezar und Nantthae zurück, während sich die Gefechte um das Dorf Nabar verschärfen. Nabar ist ein wichtiger Straßen- und Eisenbahnknotenpunkt, der die Region Sagaing mit dem Bundesstaat Kachin verbindet. Nach Einschätzung von Beobachtern wurden die Soldaten aus Maezar abgezogen, um Stellungen in strategisch bedeutenden Ortschaften entlang der Fernstraße zu verstärken, nachdem Widerstandsgruppen dort wieder Geländegewinne erzielt hatten.

Quellen an der Front gehen davon aus, dass die Junta derzeit vor allem die Verkehrsverbindung von Tigyaing über Katha, Indaw und Mawlu bis nach Nansiaung im Norden sichern will. Gleichzeitig gelingt es den Widerstandskräften, zwischen Nansiaung und Mawlu erneut Stützpunkte aufzubauen. Die Kontrolle über diesen Korridor gilt als entscheidend für den Plan der Militärjunta, die Verkehrsverbindungen in den Bundesstaat Kachin wiederherzustellen.

Nach Angaben von Widerstandsgruppen könnte die Verlegung der Truppen außerdem dazu dienen, die Route auf dem Ayeyarwady-Fluss für Militärkonvois zu sichern. Diese verkehren zwischen dem Gaw-Wein-Hafen in Mandalay und der Stadt Bhamo im Bundesstaat Kachin.

Anwohner berichteten zudem, dass sich zurückziehende Soldaten der Junta in mindestens fünf Dörfern an den Trinkwasserquellen zu schaffen gemacht und Brunnen sowie Teiche vergiftet hätten. The Irrawaddy erklärte jedoch, diese Vorwürfe bislang nicht unabhängig überprüfen zu können. (The Irrawaddy)


Bangladesch hat ein 11-köpfiges nationales Komitee unter der Leitung von Premierminister Tarique Rahman eingesetzt, um eine umfassende Strategie für die Rückführung der Rohingya zu erarbeiten.

Dies gab die Regierung am 12. Juli bekannt. Das Gremium soll innerhalb von 90 Tagen einen nationalen Aktionsplan vorlegen, an dem Ministerien sowie Strafverfolgungs- und Nachrichtendienste beteiligt sind.

Nach Einschätzung von Beobachtern deutet die Zusammensetzung des Komitees, das überwiegend aus Vertretern des Militärs, der Polizei und der Geheimdienste besteht, auf einen Kurswechsel hin. Demnach sollen Sicherheitsaspekte künftig stärker in den Vordergrund rücken als ein ausschließlich humanitärer Ansatz.

Die Ankündigung erfolgte weniger als zwei Wochen nach Rahmans Besuch in Peking, bei dem die Rohingya-Krise zu den zentralen Themen der Gespräche mit der chinesischen Führung gehörte. (DVB)


Die mit der Militärjunta verbündete Democratic Karen Benevolent Army (DKBA) hat nach Angaben lokaler Quellen damit begonnen, Zentren für Online-Betrug von Kyauk Khet in Gebiete nahe ihrem Hauptquartier in den Dörfern Sone Se Myaing und Thae Phyu Chaung zu verlegen.

Der Schritt folgt auf Gespräche zwischen der DKBA und Vertretern der Junta. Eine der DKBA nahestehende Quelle erklärte, die Verlegung solle den internationalen Druck mindern. Die Betrugszentren entlang des Moei-Flusses in Kyauk Khet seien von der thailändischen Seite der Grenze aus gut sichtbar und deshalb besonders im Fokus internationaler Beobachtung. Im April setzte das US-Außenministerium eine Belohnung von bis zu 10 Millionen US-Dollar für Hinweise aus, die zur Beschlagnahmung von Vermögenswerten führen, die mit dem von der DKBA kontrollierten Tai-Chang-Komplex in Verbindung stehen. Dabei handelt es sich um eines der größten von chinesischen Gruppen betriebenen Online-Betrugszentren in Kyauk Khet. Das FBI untersucht die Rolle des Komplexes bei internationalem Cyberbetrug und Menschenhandel. (The Irrawaddy)


Malaysia hat die sofortige Aussetzung aller neuen Flüchtlingsregistrierungen durch den United Nations High Commissioner for Refugees angeordnet.

Die Maßnahme ist Teil einer umfassenderen Regierungsstrategie zur Reform des nationalen Flüchtlingsmanagements. Mit der Entscheidung übernimmt die Regierung die direkte Kontrolle über die Registrierung von Flüchtlingen durch ihr eigenes System, das sogenannte Refugee Registration Document (DPP). Im Rahmen des neuen DPP-Systems werden die malaysischen Behörden künftig nicht mehr auf Daten oder Unterlagen von Drittorganisationen zurückgreifen. Stattdessen soll der Staat die Identitätsprüfung, die Ausstellung von Dokumenten sowie die Durchsetzung der Vorschriften in einem einheitlichen, staatlich verwalteten Verfahren selbst übernehmen.

Parallel dazu bereitet Malaysia die Rückführung von rund 5.000 Staatsangehörigen Myanmars vor, die sich derzeit in Einwanderungshaftzentren befinden. (DVB)


Indien baut seine strategische Zusammenarbeit mit Myanmar im Bereich kritischer Mineralien und Seltener Erden deutlich aus.

Die Ausweitung der bilateralen Kooperation erfolgt vor dem Hintergrund der Bemühungen Neu Delhis, alternative Lieferketten für Rohstoffe zu erschließen, die für die Energiewende sowie die Hightech-Industrie von entscheidender Bedeutung sind und deren weltweite Versorgung derzeit weitgehend von China dominiert wird. Der indische Botschafter in Myanmar erklärte, dass die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern in den vergangenen zwei Jahren deutlich an Dynamik gewonnen habe. Indische Expertenteams für Seltene Erden und kritische Mineralien entsandten bereits im Dezember 2024 und im Februar dieses Jahres zwei offizielle Delegationen nach Myanmar. Das Thema spielte auch bei dem Besuch des Junta-Chefs Min Aung Hlaing in Indien eine wichtige Rolle.„Indiens Bedarf an der Erschließung kritischer Mineralien, verbunden mit den Vorteilen eines nachhaltigen Bergbaus für Myanmar, bietet überzeugende Win-Win-Chancen – sowohl kurz- als auch langfristig“, erklärte der Botschafter. (DVB)


Die Inhalte unserer Presserundschau aus myanmarischen Medien werden mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt. GSM übernimmt jedoch keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen.


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