Tag 2.044 – über 100.114 Tote (ACLED) und 22.658 Inhaftierte (AAPP)
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Der ursprünglich für die erste Septemberwoche geplante Parteitag der Union Solidarity and Development Party (USDP) wurde verschoben.
Parteikreise führen die Verzögerung auf heftige Auseinandersetzungen zwischen dem Putschisten und jetzigen “Präsidenten” Min Aung Hlaing und hochrangigen USDP-Führungskräften um Spitzen-positionen zurück. Beobachter weisen darauf hin, dass es sich bei diesen Spannungen nicht lediglich um Verfahrensfragen handele – sie spiegelten vielmehr Min Aung Hlaings umfassendes Bestreben wider, die Parteimaschinerie zu dominieren.
Die drängende Frage sei, ob er beabsichtige den Vorsitz selbst zu übernehmen, und wenn ja, ob verfassungs-rechtliche Hindernisse im Wege stünden.
Min Aung Hlaing, der ehrgeizige ehemalige Oberbefehls-haber, trat bei den “Wahlen” nicht an und ist formal kein Mitglied der USDP. Er sicherte sich das Präsidentenamt im April 2026 durch eine Abstimmung der USDP im Parlament.
Analysten argumentieren, dass Min Aung Hlaing eine Parteibasis benötigt, um seine “Präsidentschaft” in die nächste Amtszeit zu verlängern. Die USDP, seit langem das Sprachrohr des Militärs, ist dafür das naheliegende Mittel.
Es stelle sich also die Frage, ob Min Aung Hlaing den Vorsitz an sich reißen oder durch loyale Stellvertreter regieren wird? (The Irrawaddy)
Mindestens 139 Zivilisten, darunter 18 Kinder, wurden bei 530 Luftangriffen getötet, die von den Regimetruppen vom 1. bis 31. August in 13 Bundesstaaten und Regionen in Myanmar durchgeführt wurden, berichtete das National Unity Government (NUG) am Donnerstag.
Sie fügte hinzu, dass 68 Zivilisten, darunter sieben Kinder, bei acht Massenmorden in den Bundesstaaten Chin, Karenni und Arakan sowie in der Region Sagaing getötet wurden.
Das NUG hat zudem 528 Menschenrechtsverletzungen dokumentiert, darunter außergerichtliche Tötungen, Zwangsarbeit sowie die Zerstörung von 126 Wohnhäusern, 17 religiösen Gebäuden, 10 Schulen und vier medizinischen Einrichtungen.
Der Bericht erschien nach der Auflösung ihres Ministeriums für Menschenrechte am 21. August. Dieses soll zu einem noch unbekannten Zeitpunkt in der Zukunft durch eine unabhängige Menschenrechtskommission ersetzt werden. (DVB)
Mindestens acht Zivilisten, darunter drei Kinder, wurden getötet und 15 verletzt, nachdem die Luftwaffe der Junta einen Angriff auf den Bezirk Mindat (Chin) geflogen hatte.
Die Chin People’s Army (CPA) bestätigte, dass die Luftangriffe am 30. August stattfanden. Nach Angaben von Anwohnern wurde eine unbekannte Anzahl von Häusern zerstört.
Die CPA entstand Anfang des Jahres durch den Zusammenschluss von vier Widerstandskräften im südlichen Chin-Staat, darunter die Chinland Defense Force (CDF)-Mindat, CDF-Kanpetlet, CDF-Matupi und CDF-Daai. Ein Sprecher der CPA fügte hinzu, dass in Mindat, Kanpetlet und Matupi eine große Gegenoffensive geplant sei. Er ergänzte, dass durch Luftangriffe die zivile Infrastruktur ins Visier genommen wurde – darunter Wohnhäuser, Schulen, medizinische Einrichtungen und religiöse Gebäude. Regimekräfte erlangten am 17. Juli die Kontrolle über Thantlang zurück, nachdem sie bereits im Mai und April Tonzang und Falam zurückerobert hatten. (DVB)
Eine Kolonne der Militärjunta mit einer Stärke von etwa 300 Soldaten, die im Township Chaung-U in der Region Sagaing vorgerückt war, zog sich laut einer militärischen Quelle am 3. September wieder zurück.
Nach ihrem Rückzug drangen revolutionäre Kräfte in die Dörfer ein, um sogenannte “Säuberungsaktionen” durchzuführen. Dabei entdeckten sie die verwesenden Leichen von drei Einheimischen sowie totes Vieh. Mizzima recherchiert derzeit noch die genauen Informationen zu den Verstorbenen. Berichten zufolge plünderte die sich zurückziehende Militärkolonne zudem die Habseligkeiten der Anwohner.
Die Kolonne der Junta hatte ihre Offensive am 29. August begonnen. Aufgrund der Operationen der Militärkolonne waren Bewohner aus etwa zehn Dörfern im Bezirk Chaung-U zur Flucht gezwungen worden. Die Militärquelle forderte die Anwohner auf, bei einer Rückkehr in ihre Dörfer äußerst wachsam gegenüber der Gefahr durch Landminen zu sein. (Mizzima)
Fortify Rights teilte mit, dass im Juli während einer militärischen Gegenoffensive der Junta in der Nähe der Dawei Special Economic Zone in der Gemeinde Yebyu mindestens fünf Zivilisten, darunter drei humanitäre Helfer, willkürlich festgenommen, gefoltert und getötet wurden.
„Die Militärjunta terrorisiert Zivilisten, während sie versucht, die Kontrolle über ein Gebiet zu festigen, in dem sich eines ihrer strategisch wichtigsten Wirtschaftsprojekte befindet – ein von Russland unterstützter Tiefseewasserhafen und eine Sonderwirtschaftszone“, sagte Winter Berry, Kommunikationsspezialist bei Fortify Rights, in einem am 31. August veröffentlichten Bericht.
Die Leichen von drei Helfern des Ants Humanitarian Aid Team – einer von Jugendlichen geführten humanitären Gruppe – sowie eines weiteren Zivilisten, der eine Uniform der People’s Defence Force trug, wurden laut Fortify Rights am 20. Juli auf einer Ölpalmenplantage zwischen den Dörfern Aye Ka Ni und Wa Zun Taw in Yebyu entdeckt. (DVB)
Die Karenni Nationalities Defence Force (KNDF) hat angekündigt, dass sie sich weiterhin für die Schaffung einer föderalen Union einsetzen wird, die auf dem Grundprinzip des „Bottom-Up Federalism“ basiert und bei der die Union durch die Stärkung der einzelnen Bundesstaaten aufgebaut wird.
In der Erklärung hieß es ferner, die KNDF sei eine Streitkraft, die unter einer einheitlichen zivilen Regierung operieren werde. Es wurde klargestellt, dass ihre derzeitigen Rollen und Aufgaben innerhalb verschiedener Abteilungen des Executive Council of Karenni State lediglich vorübergehender Natur seien und dass die KNDF bereit sei, Verantwortlichkeiten an eine von der Öffentlichkeit gewählte Regierung abzugeben.
Die KNDF erklärte ferner, dass sie sowohl militärisch als auch politisch aktiv mit der Spring Revolution Alliance, dem National Unity Government, dem National Unity Consultative Council und dem Steering Committee for the Establishment of a Federal Democratic Union zusammenarbeite. (Mizzima)
Der United Nations High Commissioner for Refugees (UNHCR), die Flüchtlingsorganisation der UNO, erklärte am Dienstag, dass er nicht an der von der malaysischen Regierung geplanten Rückführung von Flüchtlingen aus Myanmar beteiligt sei, und warnte, dass eine Rückkehr in ihr Heimatland für sie nach wie vor unsicher sei.
Das malaysische Innenministerium teilte mit, dass es die erste Phase eines Programms zur freiwilligen Rückführung abgeschlossen habe, in dessen Rahmen am 29. September 1.476 Flüchtlinge nach Myanmar zurückkehren sollen. Premierminister Anwar Ibrahim hatte zuvor erklärt, Myanmar habe zugestimmt, 5.000 Rohingya zurückzuführen, während die Spannungen in Malaysia wegen der Flüchtlinge zunehmen.
Das UNHCR erklärte, dass eine sichere, würdige und nachhaltige freiwillige Rückkehr der Flüchtlinge nicht möglich sei. „Das UNHCR drängt darauf, dass die Schutzbedürfnisse aller Betroffenen sorgfältig geprüft werden, bevor sie nach Myanmar zurückgeführt werden, und ist bereit, mit den zuständigen Behörden über Schutzmaßnahmen zu beraten.“ (DVB)
Vietnam und Myanmar haben sich darauf geeinigt, die Zusammenarbeit in den Bereichen Verteidigung und Sicherheit zu vertiefen und diesen Bereich zu einer Säule der bilateralen Beziehungen zu machen.
Die Gespräche fanden im Rahmen des ersten offiziellen Besuchs von Min Aung Hlaing in Vietnam statt, nachdem er am 10. April als “Präsident” Myanmars vereidigt worden war.
Beide Seiten vereinbarten, die Zusammenarbeit in den Bereichen militärische Ausbildung, Austausch junger Offiziere, Such- und Rettungsaktionen sowie Katastrophenhilfe auszuweiten und gleichzeitig den Informationsaustausch und die Koordination bei der Verbrechensbekämpfung zu verstärken, teilte die vietnamesische Regierung in einer Erklärung mit. Beide versprachen zudem eine engere Zusammenarbeit im Rahmen der ASEAN und der Mekong-Subregion und bekräftigten ihre Unterstützung für Frieden, Stabilität sowie die Freiheit der Schifffahrt und des Überflugs im Südchinesischen Meer, hieß es in der Erklärung. (DVB)
Die Ramon Magsaysay Award Foundation gab am 31. August offiziell bekannt, dass Bo Kyi, Mitbegründer und stellvertretender Sekretär der Assistance Association for Political Prisoners (AAPP), mit dem Ramon Magsaysay Award 2026 ausgezeichnet wurde, der weithin als der „Nobelpreis Asiens“ gilt.
Bo Kyi erklärte, dass diese Auszeichnung eine Anerkennung für die Menschen in Myanmar sei, die mutig gegen Ungerechtigkeit Widerstand leisten, sowie für die politischen Gefangenen, die in den Gefängnissen standhaft bleiben.
Die Ramon Magsaysay Award Foundation erklärte, Bo Kyi sei für die Auszeichnung ausgewählt worden, weil er die Lebensbedingungen und Menschenrechts-verletzungen, denen politische Gefangene hinter Gefängnismauern ausgesetzt sind, systematisch dokumentiert und aufgedeckt habe und weil er das Bewusstsein dafür wachhalte, damit sie von der Außenwelt nicht vergessen werden.
Bo Kyi war wegen seiner Beteiligung am pro-demokratischen Aufstand von 1988 über sieben Jahre lang inhaftiert. Im Jahr 2000 war er Mitbegründer der AAPP und setzt sich seit mehr als zwei Jahrzehnten für die Freilassung politischer Gefangener und die Unterstützung ihrer Familien ein.
Neben Bo Kyi sind Tommy Koh, ein Diplomat und Experte für internationales Recht aus Singapur, sowie Runa Khan, eine Sozialunternehmerin aus Bangladesch, die diesjährigen Mitpreisträger des 68. Magsaysay Award. Die Preisverleihung findet am 15. November im Metropolitan Theatre in Manila auf den Philippinen statt.
Zu den bisherigen Preisträgern aus Myanmar gehören der Journalist Law Yone (1958), Dr. Cynthia Maung (2002), der Menschenrechtsaktivist Ka Hsaw Wa (2009), Lahpai Seng Raw (2013), Kyaw Thu (2015) und Swe Win, Chefredakteur von Myanmar Now (2019). (Mizzima)
Mindestens sieben Stadtteile in den tief gelegenen Gebieten der Gemeinde Hlegu in der Region Yangon, darunter Aungmingalar, Myoma, Yeiktha, Neikban U, Santhawdar, Thidar Aye und Yankin, wurden am Mittwoch überflutet, nachdem heftige Regenfälle den Wasserstand des Nga Moe Yeik Flusses ansteigen ließen.
Für die Townships North Okkalapa, South Okkalapa, North Dagon, South Dagon, Thingangyun, Thaketa, Dawbon, Pazundaung und Mingalar Taung Nyunt gilt eine Warnung vor Sturzfluten. Die Behörden des Regimes forderten die Bewohner in den Gebieten entlang des Flusses auf, sich auf eine mögliche Evakuierung vorzubereiten, nachdem das Wasser im Nga Moe Yeik Stausee am 3. September um etwa 0,8 m übergelaufen war. Die Überschwemmungen in den tiefer gelegenen Gebieten könnten sich weiter verschlimmern, da das Wasser am Mahura Damm um etwa 0,4 m über den Überlauf hinausragt und auch der Paunglin Damm fast seine volle Kapazität erreicht hat. (DVB)
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