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STATUS UPDATE KW 29

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19. July 2026

Tag 1.995 – über 100.114 Tote (ACLED) und 22.498 Inhaftierte (AAPP)

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Am Sonntag fand im Märtyrer-Mausoleum in Yangon eine vom Regime organisierte feierliche Zeremonie zum 79. Märtyrertag statt, die von einer scharfen öffentlichen Zurechtweisung durch den Sohn der inhaftierten Staatsrätin Aung San Suu Kyi überschattet wurde.

Der Märtyrertag erinnert an die Ermordung des Unabhängigkeitshelden General Aung San am 19. Juli 1947, der – zusammen mit sieben Kabinettsministern aus der Zeit vor der Unabhängigkeit – im Sekretariatsgebäude in Yangon erschossen wurde, nur wenige Monate bevor sich das Land von der britischen Kolonialherrschaft löste.

Der historische Jahrestag wurde von Kim Aris, dem Enkel von Aung San und dem jüngsten Sohn von Aung San Suu Kyi, mit einer Videoansprache gewürdigt. Die Friedensnobelpreisträgerin und Vorsitzende der National League for Democracy (NLD) wird seit dem Militärputsch vom 1. Februar 2021 seit über fünf Jahren vom Regime in Naypyidaw ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten.

In seiner am 19. Juli in den sozialen Medien veröffentlichten Erklärung bekräftigte Aris seine Forderung an das Regime, einen „Lebensnachweis“ für seine Mutter zu erbringen. Aris wies darauf hin, dass er seit ihrer Verhaftung keinen direkten Kontakt zu ihr gehabt habe, abgesehen von einem einzigen Brief, den er vor zwei Jahren erhalten habe.

Aris verurteilte zudem ausdrücklich die anhaltende landesweite Kampagne des Regimes, das materielle Erbe seines Großvaters auszulöschen. Seit 2021 wurden landesweit mindestens 16 Statuen von General Aung San entfernt oder abgebaut – die meisten davon waren von der abgesetzten NLD-Regierung errichtet worden. (The Irrawaddy)


Das National Unity Government (NUG) führte laut einem Bericht von BBC Burmese diese Woche Gespräche mit der Sonderbeauftragten der Association of Southeast Asian Nations (ASEAN) für Myanmar, Ma. Theresa P. Lazaro.

Dies folgt auf Lazaros Treffen mit Vertretern der ethnischen bewaffneten Gruppen Myanmars und dem regimenahen National Solidarity and Peacemaking Negotiation Committee (NSPNC) am 13. Juli im thailändischen Bezirk Chonburi.

Das NUG forderte die ASEAN auf, sicherzustellen, dass bei künftigen Kontakten alle relevanten Akteure einbezogen werden. Dies geschah, nachdem der Außenminister des Regimes, Tin Maung Swe, am 11. Juli an einem „informellen“ Treffen der ASEAN-Außenminister in Bangkok teilgenommen hatte. Min Aung Hlaing wird voraussichtlich Anfang August seinen ersten offiziellen Besuch in Thailand absolvieren; dies wäre sein zweiter Besuch in einem ASEAN-Mitgliedstaat seit seiner “Amtsübernahme” am 10. April. (DVB)


Das Regime in Myanmar gab die vollständige Rückeroberung der Stadt Thantlang im Chin-Staat bekannt. Die Widerstandskräfte wiesen diese Behauptung zurück, da die militärischen Spannungen weiterhin hoch seien.

Um die auf einem Berggipfel gelegene Stadt wird seit 2021 zwischen den Widerstandskräften und den Truppen des Regimes gekämpft. Das Regime hat Thantlang im Kampf gegen die Widerstandskämpfer wiederholt bombardiert und dort Tausende von Häusern niedergebrannt, wodurch die Stadt zu einer Geisterstadt geworden ist.

Am Donnerstag meldete das Regime, die Kontrolle über Thantlang und die umliegenden Gebiete von den Widerstandskräften zurückerobert zu haben. Dies ist bereits das zweite Mal, dass das Regime behauptet, die vollständige Kontrolle über die Stadt zurückgewonnen zu haben; die erste derartige Ankündigung erfolgte bereits im Oktober 2023. (The Irrawaddy)


Die People’s Defence Force (PDF) und politische Führer in der Region Sagaing erklärten, die Behauptung des Regimes, es habe am 7. Juli die Kontrolle über die 193 km lange Straße zwischen Kalewa und Monywa zurückerobert, sei „Propaganda“, da die Kämpfe zwischen dem Regime und den Widerstandskräften in dieser Woche im Township Mingin weitergingen.

Mingin liegt an der Straße von Kalewa nach Monywa, 183 km nordwestlich von Monywa, der Hauptstadt der Region Sagaing.

Die PDF in der Gemeinde Yinmabin teilte mit, dass die Regierungstruppen 20 Prozent der Straße von Kalewa nach Monywa zurückerobert hätten, während die Widerstandskräfte weiterhin die Kontrolle über die restlichen 80% behalten hätten. Anwohner berichteten, dass es den Regimetruppen nicht gelinge, die 130 km lange Straße von Kalay über Khampat nach Tamu zu sichern, obwohl sie am 20. Juni die Kontrolle über Khampat zurückerobert hätten. (DVB)


Das Regime und die Myanmar National Democratic Alliance Army (MNDAA) trafen sich gestern in der Stadt Lashio, berichtet Shwe Phee Myay.

Als Geste des guten Willens ließ die MNDAA 41 Soldaten des Regimes frei, die an einem nicht näher genannten Ort als Kriegsgefangene festgehalten worden waren, berichtete ein Angehöriger eines der Freigelassenen dem in Shan ansässigen Medium.

Eine Quelle sagte dem regierungskritischen Nachrichten-portal People’s Spring, das Regime fordere die Kokang-Gruppe auf, sich aus der Stadt Hseni im nördlichen Shan-Staat zurückzuziehen. „Das Militär will Hseni zurück, um die Handelsroute nach China wieder zu öffnen. Die Kokang-Gruppe stimmte dem nicht zu und beschwichtigte das Militär stattdessen mit der Freilassung der Kriegsgefangenen“, erklärte die Quelle.

Unterdessen gab das Propagandaorgan der MNDAA, The Kokang, gestern bekannt, dass die Gruppe private Sicherheitsfirmen in ihrem Herrschaftsgebiet im nördlichen Shan-Staat verboten hat.

Nach Angaben der MNDAA wird ihre Polizeieinheit künftig alle Sicherheitsaufgaben direkt übernehmen. Zudem soll die Polizeitruppe gegen nicht näher genannte Gebühren Sicherheitsdienste für Unternehmen und Privatpersonen anbieten, um „Stabilität und Rechtsstaatlichkeit zu gewährleisten sowie den Sicherheitsapparat unter einer einheitlichen Befehlskette zu kontrollieren“.

Die MNDAA ordnete außerdem an, dass private Sicherheitsunternehmen ihr Personal in die Polizeitruppe der Gruppe überführen müssen. Die Beschäftigten müssten Prüfungen ablegen, bevor sie in den Polizeidienst übernommen werden könnten.

Während der Herrschaft der mit der Junta verbündeten Kokang Border Guard Force über die Kokang-Region im nördlichen Shan-Staat – die Ende 2023 endete – entwickelte sich die Regionalhauptstadt Laukkai zu einem bedeutenden Zentrum für Cyberbetrug und Casinos. Diese stützten sich für ihren Schutz auf illegale private Sicherheitsfirmen und Milizen. (Frontier Myanmar)


Myanmar hat sich fast 30 Ländern angeschlossen und ein Abkommen zur Gründung der World Artificial Intelligence Cooperation Organization (WAICO) unterzeichnet.

Damit wird das Land Gründungsmitglied dieser von China geführten zwischenstaatlichen Organisation, die laut Beijing die internationale Zusammenarbeit und die globale Governance im Bereich der künstlichen Intelligenz fördern soll.

Die offizielle Gründung der WAICO in Shanghai wird am Vorabend der Weltkonferenz für künstliche Intelligenz in Shanghai stattfinden; 29 Länder, darunter so bedeutende Staaten wie Tadschikistan, Kambodscha, Lesotho und Nicaragua, haben sich als Gründungsmitglieder angemeldet.

Die Mitgliedschaft ist somit stark auf den Globalen Süden und nicht-westlich orientierte Nationen ausgerichtet und steht im Einklang mit Initiativen wie dem „Digital South Project“, das darauf abzielt, die KI-Kapazitäten und -Infrastruktur in Entwicklungsländern auszubauen.

Für Myanmar bedeutet dies wahrscheinlich eine tiefere Integration chinesischer KI-Systeme in die Überwachung und Regierungsführung, aufbauend auf seinem umstrittenen „Person Scrutinization and Monitoring System“ (PSMS) zur Verfolgung und Inhaftierung von Oppositionellen.

Präsident Xi Jinping hielt bei seinem ersten persönlichen Auftritt bei der Veranstaltung seit deren Start im Jahr 2018 eine Grundsatzrede und signalisierte damit, welche Priorität Beijing der KI sowohl als Wirtschaftsmotor als auch als Instrument der Regierungsführung beimisst.

Chinas KI-Branche hat bereits ein Volumen von über 1,2 Billionen Yuan (176,7 Milliarden US-Dollar) erreicht, wobei mehr als 6.200 Unternehmen im Rahmen der „AI Plus“-Richtlinie tätig sind, die bis 2027 eine Durchdringungsrate von 70 Prozent in Schlüsselbranchen vorschreibt. (The Irrawaddy)


Nach Berichten, wonach zwei Boote mit Rohingya aus Myanmar in der Bucht von Bengalen gekentert sind, wird befürchtet, dass mehr als 500 Menschen ums Leben gekommen sind, wie Behörden-vertreter am Donnerstag mitteilten.

„Auch wenn die Vorfälle und die Opferzahlen noch nicht offiziell bestätigt wurden, sind das United Nations High Commissioner for Refugees (UNHCR) und die International Organization for Migration (IOM) zutiefst besorgt über den potenziell verheerenden Verlust an Menschenleben“, erklärten die IOM und das UNHCR in einer am 16. Juli veröffentlichten Erklärung.

Ein Boot, das vermutlich rund 250 Menschen an Bord hatte, verlor kurz nach der Abfahrt den Kontakt. Ein zweites Boot, das Berichten zufolge 280 Menschen beförderte, soll am 8. Juli vor der Küste der Region Ayeyarwady gesunken sein. Das UNHCR und die IOM wiesen in ihrer Erklärung darauf hin, dass die jüngsten sintflutartigen Regenfälle und Überschwemmungen in der gesamten Region solche Reisen besonders riskant gemacht hätten. (DVB)


Die britische Regierung sieht sich heftiger Kritik ausgesetzt, nachdem sie ihre humanitäre Hilfe für Myanmar stillschweigend gekürzt hat – ein Schritt, der Menschenleben kosten und dem Regime direkt zugutekommen wird.

Die Kürzungen wurden im Jahresbericht des Foreign, Commonwealth & Development Office (FCDO) detailliert dargelegt, der am 16. Juli ohne begleitende Pressemitteilung oder öffentliche Ankündigung veröffentlicht wurde.

Die Zahlen, die in den Anhängen des Dokuments versteckt sind, zeigen, dass die britische Hilfe für Myanmar im laufenden Haushaltsjahr auf 64 Millionen Euro sinken wird – gegenüber einer ursprünglichen Zuweisung von rund 76 Millionen Euro. Dem Bericht zufolge wird das gekürzte Budget mindestens bis 2029 bestehen bleiben. (DVB)


Der Film „Fruit Gathering“ des myanmarischen Regisseurs Aung Phyoe hat beim Filmfestival in Karlovy Vary in Tschechien den Kristallglobus gewonnen.

Die von Myanmar, der Tschechischen Republik und Frankreich koproduzierte Produktion erzählt die Geschichte einer Liebesbeziehung zwischen zwei jungen Frauen, die in einer Textilfabrik in Yangon arbeiten.

„In einem fesselnden Rhythmus, der zwischen Zärtlichkeit und Härte schwankt, untersucht der Film, wie die Sehnsüchte von Frauen in einem Land überleben, in dem Intimität und Liebe zwischen Frauen gesellschaftlich nach wie vor nicht akzeptiert sind“, heißt es im Festivalprogramm.

Das Festival, das vom 3. bis 11. Juli in der Kurstadt Karlovy Vary stattfand, bot 472 Vorführungen von 179 Filmen und verkaufte nach Angaben der Veranstalter 132.553 Eintrittskarten. (AFP)


Die Inhalte unserer Presserundschau aus myanmarischen Medien werden mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt. GSM übernimmt jedoch keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen.


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