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STATUS UPDATE KW 22

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2. June 2026

Tag 1.946 – über 93.000 Tote (ACLED) und 22.140 Inhaftierte (AAPP)

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Steigende Düngemittelpreise und Treibstoff-knappheit, die mit der Krise im Nahen Osten in Verbindung gebracht werden, könnten die landwirtschaftliche Produktion Myanmars um bis zu 15 Prozent verringern und die Ernährungs-unsicherheit bis ins Jahr 2027 verschärfen.

Dies erklärten die European Union und das World Food Programme. Die Treibstoffpreise landesweit haben sich innerhalb der vergangenen 90 Tage verdreifacht, während die Kosten für einen grundlegenden Warenkorb an Lebensmitteln durchschnittlich um 18 Prozent gestiegen seien. Besonders stark betroffen ist die Region Magway mit einem Preisanstieg von 38 Prozent. (DVB)


Die Militärjunta hat ihre sogenannte Four Cuts-Strategie im westlichen Teil der Gemeinde Pakokku (Magway) drastisch verschärft.

Seit Mitte Mai wird der Transport von Lebensmitteln, Medikamenten und anderen lebenswichtigen Gütern in benachbarte Gebiete wie Pauk, Myaing und die Yaw-Region vollständig blockiert.

Ein Vertreter der Anya Myay Coalition Forces erklärte gegenüber Mizzima, dass die Menschen, die vor den Kämpfen in diesen Gebieten fliehen, doppelt betroffen seien: Neben ihrer Vertreibung müssten sie auch mit stetig steigenden Preisen und gravierenden Versorgungsengpässen zurechtkommen.

Seit dem 14. Mai ist der Transport von Waren – darunter Lebensmittel und Medikamente – von Pakokku in die westlichen Gebiete wie Pauk Township, Myaing Township, Myitchay und die Yaw-Region blockiert. Der Vertreter fügte hinzu, dass es zwar bereits während der gesamten Zeit nach dem Militärputsch ähnliche Blockaden gegeben habe, die aktuelle Situation jedoch deutlich schlimmer sei. (Mizzima)


Die Explosion eines Sprengstofflagers der Ta’ang National Liberation Army (TNLA) hat Dutzenden von Menschen das Leben gekostet.

Dies teilten die TNLA, die das betroffene Dorf kontrolliert, sowie Augenzeugen mit. Mehr als 200 Häuser sollen beschädigt worden seien. Die Suche nach Überlebenden dauert weiterhin an.

Die Explosion ereignete sich nach Angaben der TNLA am 31.05. gegen Mittag Ortszeit im Dorf Kaung Tat. Ein Sprecher der TNLA erklärte, dass nach Krankenhausangaben 39 Menschen ums Leben gekommen und 75 weitere verletzt worden seien. Dies ist die erste offizielle Opferzahl, die die Gruppe veröffentlicht hat. Sie liegt unter den Berichten lokaler Medien und Augenzeugen, die von mindestens 55 Todesopfern und 150 Verletzten sprachen.

Die TNLA, die das nahe der chinesischen Grenze gelegene Dorf kontrolliert und derzeit einen Waffenstillstand mit der Junta einhält, erklärte, dass die explodierten Sprengstoffe „für den Einsatz im Bergbau“ gelagert worden seien. (DVB)


Regimechef Min Aung Hlaing traf am Samstag im Nachbarland Indien ein. Es ist seine erste Auslandsreise seit seiner Ernennung zum “Präsidenten”. Dort wird er Gespräche mit Premierminister Narendra Modi führen.

Nach Angaben beider Regierungen wird der ehemalige Militärchef während seines fünftägigen Besuchs auch mit Vertretern der Wirtschaft zusammentreffen. Min Aung Hlaing wird seine Reise mit einem Besuch der buddhistischen Pilgerstätte Bodh Gaya beginnen – jenem Ort, an dem Buddha nach dem buddhistischen Glauben die Erleuchtung erlangte. Am Montag soll Min Aung Hlaing in Neu-Delhi mit Premierminister Modi und Präsidentin Droupadi Murmu zusammentreffen, teilte das indische Außenministerium mit. Anschließend reist er in das Finanzzentrum Mumbai weiter.

Ein wichtiger Bestandteil des Besuchs ist außerdem die Frage, wie die Länder ihre wirtschaftlichen Beziehungen weiter ausbauen können. Das bilaterale Handelsvolumen belief sich nach Angaben Neu-Delhis im Zeitraum 2025–2026 auf 1,95 Milliarden US-Dollar.

Vor seinem Treffen mit Modi nahm Min Aung Hlaing am 31. Mai in Neu-Delhi am Myanmar-India Trade and Investment Conclave teil, wo er aktiv um indische Wirtschaftsdelegationen und Regierungsvertreter warb. „Indische Unternehmer sind eingeladen, mit Zuversicht und Vertrauen in Myanmar zu investieren“, sagte er den Teilnehmern und stellte Investitionsmöglichkeiten in den Bereichen Landwirtschaft, verarbeitendes Gewerbe, Informationstechnologie, Energie, Bildung und Gesundheitswesen vor.

Min Aung Hlaing hob die Präsenz Indiens in Myanmar hervor und wies darauf hin, dass Neu-Delhi derzeit der elftgrößte ausländische Investor des Landes sei. Indien unterstütze 39 laufende Projekte mit einem Gesamtwert von mehr als 782 Millionen US-Dollar.

Er betonte außerdem die starke Abhängigkeit Myanmars von seinem Nachbarn im Gesundheitssektor und erklärte, dass rund 60 Prozent der pharmazeutischen Importe Myanmars aus Indien stammen. (The Irrawaddy / DVB)


Myanmars Militärregime verschärft die Kontrolle über die inländischen Medien, nachdem Berichte veröffentlicht wurden, wonach China Grenzzäune tief in das myanmarische Staatsgebiet im nördlichen Shan-Staat versetzt haben soll.

Am 15. Mai berief der vom Regime eingesetzte Press Council lokale Medienvertreter ein. Anlass war ein Schreiben des Außenministeriums, das eine strengere Überprüfung von Berichten fordert, die „die bilateralen Beziehungen beeinträchtigen könnten“.

Journalisten wurde untersagt, Einzelheiten des Treffens öffentlich zu machen. Ein Teilnehmer erklärte, die Junta „wage es nicht, China direkt entgegenzutreten“, und gehe stattdessen gegen diejenigen vor, die sie kontrollieren könne.

Seit Dezember 2025 seien chinesische Grenzzäune mindestens 15 Meter und in einigen Gebieten sogar mehr als 100 Meter in Territorien vorgedrungen, die von der Myanmar National Democratic Alliance Army und der United Wa State Army kontrolliert werden – zwei ethnischen Streitkräften, die als stark von Beijing beeinflusst gelten.

Das Außenministerium räumte ein, die Vorwürfe in „unzugänglichen“ Gebieten nicht überprüfen zu können.

China begann Ende 2020 unter dem Vorwand der Pandemiebekämpfung mit dem Bau von Grenzzäunen. Bis 2021 waren bereits rund 600 Kilometer Zaunanlagen angelegt worden sein. Dies soll gegen den China-Myanmar Boundary Treaty von 1960 sowie das Grenzprotokoll von 1961 verstoßen, die dauerhafte Bauwerke innerhalb eines zehn Meter breiten Grenzschutzstreifens untersagen. (The Irrawaddy)


Die thailändischen Behörden haben Pläne angekündigt, die Flüchtlingslager entlang der thailändisch-myanmarischen Grenze innerhalb der nächsten zehn Jahre zu schließen. Dies berichten mit der Angelegenheit vertraute Quellen.

Bei einem Treffen in der zweiten Maiwoche erklärten thailändische Beamte Berichten zufolge, dass die Flüchtlingslager zunächst innerhalb der kommenden fünf Jahre zusammengelegt und anschließend innerhalb eines Zeitraums von zehn Jahren vollständig geschlossen werden sollen. Diese Informationen wurden von Saw Pwe Say, dem Sekretär des Karen Refugee Committee, bestätigt.

Obwohl die thailändischen Behörden die Zusammenlegung und spätere Schließung der Lager angekündigt haben, wurden bislang keine entscheidenden Einzelheiten zur künftigen rechtlichen Aufenthaltsregelung oder zur Bewegungsfreiheit der Vertriebenen bekannt gegeben. (Mizzima)


Die Menschenrechtsorganisation Fortify Rights und sieben namentlich nicht genannte Rohingya-Organisationen haben den International Criminal Court (ICC) aufgefordert, einen Haftbefehl gegen den Anführer der Arakan Rohingya Salvation Army (ARSA), Ata Ullah, wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Myanmar und Bangladesch zu beantragen.

Die Organisationen forderten den ICC auf, mutmaßliche Tötungen, Folterungen, Entführungen und Angriffe zu untersuchen, die unter dem Kommando von Ata Ullah mit der ARSA in Verbindung gebracht werden. Ata Ullah wurde am 18. März 2025 von den bangladeschischen Behörden festgenommen. Menschenrechtsgruppen warnten jedoch, dass er möglicherweise freigelassen werden könnte, ohne für die mutmaßlichen Verbrechen an Rohingya-Zivilisten strafrechtlich verfolgt zu werden. Die Gruppen forderten außerdem die Regierung Bangladeschs auf, mit dem ICC zusammenzuarbeiten, falls ein Haftbefehl gegen Ata Ullah erlassen werden sollte. (DVB)


Meta hat 109 Facebook-Seiten, Profile und Gruppen gelöscht, die mit der Militärjunta, Mytel, MECtel sowie Accounts verbunden waren, die Propaganda verbreiteten.

Dies geschah nach einem Bericht der Aktivistengruppe Justice For Myanmar (JFM), wie die Organisation mitteilte. In der Erklärung von JFM heißt es: “Die Maßnahme erfolgte im Rahmen eines Verbots für militärkontrollierte Unternehmen und Medien, das Meta im Jahr 2021 eingeführt hat.

Mytel und MECtel sind Telekommunikationsnetzwerke, die Teil des Militärkonglomerats Myanmar Economic Corporation (MEC) sind, das unter der Kontrolle des von JFM als Kriegsverbrecher bezeichneten Junta-Führers Min Aung Hlaing steht. MEC ist von der EU, dem Vereinigten Königreich, den USA, Australien und Kanada sanktioniert. Die beiden Telekommunikationsnetzwerke generieren Einnahmen für das Militär und werden für digitale Überwachung genutzt, wodurch sie die laufenden Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit der Junta unterstützen sollen.

Während Meta Platforms bereits mehrfach Konten von Mytel und anderen militärnahen Unternehmen entfernt hat, tauchen diese immer wieder auf, da Militärunternehmen versuchen, Produkte und Dienstleistungen unter neuen Namen zu vermarkten, um einer Identifizierung zu umgehen.

Auch Propagandakanäle der Junta wurden von anderen sozialen Plattformen entfernt, wodurch ihre Fähigkeit eingeschränkt wurde, Live-Übertragungen zu verbreiten sowie Hassrede und Desinformation zu streuen. Im Vorfeld der von der Junta als „Wahl“ bezeichneten Abstimmung wurden Myanmar Radio and Television von den Videoplattformen Twitch und Kick entfernt, während Myanmar Radio and Television (Defence) von TikTok gelöscht wurde. Allerdings seien weitere Maßnahmen notwendig, um die Junta auch online vollständig zu blockieren.

Wir fordern Alphabet Inc., Apple Inc., TikTok und Telegram auf, die Militärjunta Myanmars und ihre Unternehmen von ihren Plattformen zu verbannen!“ (Mizzima)


Die Inhalte unserer Presserundschau aus myanmarischen Medien werden mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt. GSM übernimmt jedoch keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen.


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