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STATUS UPDATE KW 37

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13. September 2026

Tag 2.051 – über 100.114 Tote (ACLED) und 22.679 Inhaftierte (AAPP)

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Militärjunta – Außenpolitik

Myanmar intensiviert diplomatische Offensive und sucht neue internationale Partner.

Seit Min Aung Hlaing im April 2026 das Präsidentenamt übernommen hat, verstärkt die Militärführung ihre diplomatischen Aktivitäten. In den vergangenen fünf Monaten besuchte er unter anderem Indien, China, Laos, Thailand, Russland und Vietnam; ein Besuch in Kambodscha ist ebenfalls vorgesehen. Beobachter sehen darin den Versuch, die internationale Isolation des Regimes zu überwinden und seine bilateralen Beziehungen insbesondere in Asien auszubauen.

Gleichzeitig bleibt die internationale Anerkennung begrenzt. Während einige regionale Staaten ihre Beziehungen zu Naypyidaw intensivieren, verweigern mehrere ASEAN-Staaten weiterhin eine vollständige politische Aufwertung des Regimes. Analysten bewerten die diplomatische Offensive daher auch als Versuch, internationale Legitimität zu gewinnen und die Folgen der anhaltenden Sanktionen und Menschenrechtsvorwürfe abzufedern. (DW NEWS)


Junta erklärt UN-Botschafter Kyaw Moe Tun für „illegitim“

Während pro-demokratische Kräfte international dafür mobilisieren, dass Kyaw Moe Tun weiterhin als Ständiger Vertreter Myanmars bei den Vereinten Nationen anerkannt bleibt, hat die Militärregierung nun öffentlich dagegen reagiert.

Das Regime erklärte, Kyaw Moe Tun betreibe „illegale Aktivitäten“, widerrief seinen Status und kündigte an, rechtliche Schritte gegen ihn einzuleiten.

Der Diplomat war 2020 von der demokratisch gewählten Regierung ernannt worden und hatte sich nach dem Putsch 2021 offen gegen die Militärherrschaft positioniert.

Seine Position blieb bislang bestehen, weil der UN-Beglaubigungsausschuss (Credentials Committee) die Entscheidung über die konkurrierenden Vertretungsansprüche Myanmars wiederholt vertagt hat.

Pro-demokratische Gruppen und die NUG versuchen derzeit, seinen Verbleib durch internationale Lobbyarbeit zu sichern. Eine erneute Entscheidung des Ausschusses wird im Umfeld der kommenden UN-Generalversammlung erwartet. (Reuter)


Indien sucht Zugang zu Myanmars Seltenen Erden – die strategisch wichtigen Vorkommen sind jedoch unter Kontrolle der KIA.

Indien verfolgt laut Rare Earth Exchanges eine Doppelstrategie: Während Neu-Delhi offiziell mit der militärisch unterstützten Regierung über kritische Rohstoffe verhandelt, sucht es zugleich Zugang zu den von der Kachin Independence Army (KIA) kontrollierten Vorkommen im Norden Myanmars. Die KIA kontrolliert nach Angaben des Berichts mehr als 500 Seltene-Erden-Standorte im Kachin-Staat, darunter strategisch wichtige Vorkommen von Dysprosium und Terbium.

Die Entwicklung unterstreicht die wachsende geopolitische Bedeutung der Rohstoffgebiete im Kachin-Staat. Für Indien geht es darum, seine Abhängigkeit von China bei Seltenen Erden zu reduzieren. Gleichzeitig bleibt China bei der Verarbeitung und Raffination führend: Die derzeitige Produktion aus Kachin wird weiterhin nach China exportiert. Damit wird der Rohstoffkonflikt zunehmend auch zu einem strategischen Wettbewerb zwischen Indien, China, der Junta und der KIA. (Rare Earth Exchanges)


KIO erlässt neue Umwelt- und Arbeitsregeln für chinesische Seltene-Erden-Minen

Die Kachin Independence Organization (KIO) hat neue 14-Punkte-Regeln für chinesische Bergbauunternehmen in den von ihr kontrollierten Gebieten im Norden des Kachin-Staates eingeführt. Die Vorgaben verpflichten Unternehmen unter anderem zur Rekultivierung ausgebeuteter Flächen, zur Vermeidung giftiger Abwässer und zur Beseitigung von Industrieabfällen. Zudem werden Arbeitsrechte wie der Schutz vor Lohnraub, Missbrauch, sexueller Belästigung und geschlechtsspezifischer Lohndiskriminierung festgeschrieben.

In der Praxis bestehen jedoch weiterhin erhebliche Durchsetzungsprobleme. Anwohner mehrerer Dörfer lehnen den Abbau aus Sorge vor der Zerstörung von Landwirtschaft und Gewässern ab. Die KIO hatte das rohstoffreiche Gebiet um Pangwa und Chipwi Ende 2024 von der junta-nahen NDA-K übernommen. BNI / Myitkyina Journal)


Widerstand greift Militärflugplatz am Flughafen von Mandalay mit Drohnen an

Die bewaffnete Widerstandsbewegung People’s Defence Force (PDF) hat am 10. September nach eigenen Angaben einen Militärflugplatz auf dem Gelände des internationalen Flughafens Tada-U bei Mandalay mit Drohnen angegriffen.

An dem Angriff sollen zwölf PDF-Einheiten beteiligt gewesen sein. Ziel seien Militärflugzeuge gewesen, die für Luftangriffe auf zivile Gebiete eingesetzt würden. Das Militär bestätigte den Drohnenangriff, erklärte jedoch, alle sechs eingesetzten Drohnen abgefangen und unschädlich gemacht zu haben. Die Angaben über Schäden und Opfer konnten zunächst nicht unabhängig bestätigt werden.

Der Angriff führte zur vorübergehenden Schließung des Flughafens und zur Aussetzung internationaler Flüge. Der Vorfall zeigt zugleich die zunehmende Fähigkeit der Widerstandsgruppen, mit bewaffneten Drohnen auch stark gesicherte militärische Einrichtungen im Zentrum des Landes anzugreifen. (The Irrawaddy)


H&M zieht sich aus Myanmar zurück – über 3.000 Arbeitsplätze betroffen

Der chinesische Bekleidungshersteller Teng Hui Myanmar wird Ende September seine fünf Fabriken in Yangons Industriegebiet Hlaing Tharyar schließen. Nach 13 Jahren stellt das Unternehmen den Betrieb ein und begründet den Schritt mit dem Rückgang der Bestellungen seines wichtigsten Kunden H&M.

Mehr als 3.000 überwiegend weibliche Beschäftigte verlieren dadurch ihre Arbeitsplätze. H&M hatte bereits 2023 angekündigt, Myanmar schrittweise aus seiner Lieferkette herauszunehmen.

Die Schließung verdeutlicht die anhaltenden Folgen des politischen und wirtschaftlichen Zusammenbruchs seit dem Militärputsch: Arbeitskräftemangel, Stromausfälle, steigende Produktionskosten und internationale Kritik an den Arbeitsbedingungen setzen die Textilindustrie zunehmend unter Druck. (The Irrawaddy)


ICJ-Urteil im Rohingya-Genozidverfahren möglicherweise im Oktober

Der Internationale Gerichtshof (ICJ) könnte bereits im Oktober 2026 sein Urteil im Verfahren Gambia gegen Myanmar wegen des Vorwurfs des Völkermords an den Rohingya verkünden. Dies teilte Gambias Generalstaatsanwalt und Justizminister Dawda A. Jallow Ende August bei einem Treffen mit Bangladeschs Staatsminister für Auswärtige Angelegenheiten mit.

Nach den mündlichen Verhandlungen im Januar 2026 berät das Gericht derzeit über seine Entscheidung; ein konkreter Verkündungstermin wurde bislang nicht bekanntgegeben. Das Verfahren könnte für die internationale Rechenschaftspflicht Myanmars von großer Bedeutung sein und zugleich Auswirkungen auf die Bemühungen um eine sichere, würdevolle und freiwillige Rückkehr der Rohingya nach Myanmar haben. (New Age/BSS).


Rechtsanalyse: ICJ-Verfahren gegen Myanmar könnte weitreichende Folgen haben

In einer juristischen Analyse vom Januar 2026 ordnet der Verfassungsblog das Verfahren „Gambia gegen Myanmar“ vor dem Internationalen Gerichtshof (ICJ) als wegweisenden Präzedenzfall für die internationale Völkermordrechtsprechung ein.

Im Mittelpunkt stehen insbesondere die Frage des genozidalen Vorsatzes, die Bewertung von UN-Untersuchungsberichten und Zeugenaussagen sowie der Umfang möglicher Wiedergutmachungsmaßnahmen.

Der Autor betont, dass das Verfahren über die Situation der Rohingya hinaus Bedeutung haben könnte: Die Entscheidung des ICJ könnte die Auslegung der Völkermordkonvention und die staatliche Verantwortung für Völkermord in anderen bewaffneten Konflikten maßgeblich beeinflussen.

Zugleich weist die Analyse darauf hin, dass selbst ein für Gambia günstiges Urteil nur begrenzte unmittelbare Wirkung entfalten könnte, solange die militärische Führung Myanmars nicht bereit oder in der Lage ist, entsprechende Maßnahmen umzusetzen. (2/2)

(Verfassungsblog, Michael A Becker, 01.01.2026)


UN-Bericht: Rohingya weiter unter massivem Druck – illegale Rohstoffförderung verschärft Menschenrechtskrise

Ein neuer Bericht des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte (OHCHR) untersucht die Menschenrechtslage in Myanmar im Zeitraum 1. Juni 2025 bis 31. Mai 2026.

Im Mittelpunkt stehen schwere und systematische Menschenrechtsverletzungen gegen die Rohingya, insbesondere durch das Militär und die Arakan Army, darunter Tötungen, Folter, Zwangsarbeit, willkürliche Inhaftierungen und Vertreibung.

Gleichzeitig verweist der Bericht auf die rasche Ausweitung des unregulierten Abbaus Seltener Erden in Kachin und Shan, der durch den Zusammenbruch staatlicher Kontrolle Teil einer wachsenden „Konfliktökonomie“ geworden sei.

Die damit verbundenen Umwelt- und Gesundheitsrisiken treffen insbesondere lokale Gemeinschaften, Arbeiterinnen und Arbeiter.

Der Bericht richtet Empfehlungen an die Konfliktparteien, ASEAN-Mitgliedstaaten und die internationale Gemeinschaft, um den Schutz der Zivilbevölkerung zu stärken, humanitäre Hilfe zu gewährleisten und Menschenrechtsverletzungen sowie deren Finanzierung einzudämmen.

(OHCHR)


Die Inhalte unserer Presserundschau aus myanmarischen Medien werden mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt. GSM übernimmt jedoch keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen.


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