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STATUS UPDATE KW 35

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30. August 2026

Tag 2.037 – über 100.114 Tote (ACLED) und 22.627 Inhaftierte (AAPP)

—

Mindestens 88 Zivilisten wurden getötet und 157 weitere verletzt bei 239 Luftangriffen, die die Luftwaffe der Junta vom 8. bis 23. August durchgeführt hat, wie aus einem Bericht der National Unity Government (NUG) hervorgeht.

Die verstärkten Luftangriffe erstreckten sich über die Regionen Sagaing, Magway, Mandalay, Tanintharyi und Bago sowie über die Bundesstaaten Rhakine, Shan, Karen, Chin, Mon und Kachin und verschärften damit die humanitäre Katastrophe, die durch schwere Monsunüberschwemmungen in Zentral- und Südmyanmar verursacht wurde.

Die Region Sagaing verzeichnete die höchste Zahl an Todesopfern: Dort kamen 37 Menschen durch Luftangriffe ums Leben, weitere 24 starben in 14 Gemeinden in den Fluten.

„Da der größte Teil des flachen Landes überflutet ist, können die Menschen bei Luftangriffen nirgendwohin fliehen“, erklärte Toe Wai Aung, Minister für humanitäre Angelegenheiten, Wiederaufbau und Katastrophenschutz der Sagaing Federal Unit Interim Government.

Anhaltende Regenfälle haben 25 Gemeinden in den Regionen Sagaing, Mandalay, Magway, Ayeyarwady und im Karen-Staat überflutet, wodurch fast 620.000 Einwohner auf Nothilfe angewiesen sind. (DVB)


Der 25. August jährte sich zum neunten Mal seit dem Beginn der gewaltsamen Operationen der Junta Myanmars gegen die Rohingya, die weit verbreitete Tötungen, Gewalt sowie die Zerstörung von Lebensgrundlagen zur Folge hatten, schreibt der Independent Investigative Mechanism for Myanmar (IIMM).

Der IIMM untersucht vergangene und gegenwärtige Gräueltaten gegen die Rohingya. Es wurde eine immense Menge an Beweismaterial gesammelt und ausgewertet sowie Hunderte Überlebende, Augenzeugen und Personen mit Insiderwissen befragt, um diejenigen zu identifizieren, die die Verantwortung für diese Verbrechen tragen. Gegenstand der Untersuchungen sind nicht nur Verbrechen von Mitgliedern des Militärregimes, sondern auch der Arakan Army, der Arakan Rohingya Salvation Army und andere bewaffneter Gruppen. Darüber hinaus untersucht er Einzelpersonen und Organisationen – darunter Politiker, religiöse Vertreter und Akteure aus der Wirtschaft, die möglicherweise an der Planung, Anstiftung oder Gewinnerzielung aus diesen Verbrechen beteiligt waren. (Mizzima)


Malaysia wird am 29. September die erste Phase eines Programms zur freiwilligen Rückführung einleiten und 1.476 Staatsangehörige Myanmars mit zwei Kriegsschiffen der Marine der Junta und einem Krankenhausschiff zurückführen, wie das malaysische Innenministerium bekannt gab.

Die Operation stellt die erste Phase einer umfassenderen Vereinbarung dar, die zwischen Premierminister Anwar Ibrahim und dem Militärregime Myanmars zur Rückführung von bis zu 5.000 Flüchtlingen der ethnischen Gruppe der Rohingya getroffen wurde.

Das malaysische Innenministerium verfolgt eine abgestimmte Strategie zur Bewältigung der großen Zahl von Menschen ohne Aufenthaltsgenehmigung im Land. Die 1.476 Personen wurden von Naypyidaw offiziell identifiziert. Das malaysische Innenministerium, Außenministerium, Verteidigungsministerium und der Nationale Sicherheitsrat haben den Abfahrtsplan an die logistischen Gegebenheiten der Marine der Junta angepasst. (DVB)


Der Kommandeur der mit der Junta verbündeten Border Guard Force (BGF) in Kayin, Major Moke Thon, ist in das Dorf Kyar In im Township Hpa-an umgezogen.

Die thailändische Regierung hatte im vergangenen Monat einen Haftbefehl gegen ihn erlassen, da er mutmaßlich an grenzüberschreitenden Straftaten beteiligt war, darunter Cyberbetrug und Menschenhandel in Kayin. Ein Großteil der Kayin-BGF, darunter auch ihr Anführer Chit Thu, formierte sich im Januar zur Karen National Army neu, um sich von der Junta zu distanzieren. Moke Thon und seine Truppen sind dem Regime jedoch weiterhin loyal geblieben.

Die Kayin-BGF war zuvor im Township Myawaddy im Bundesstaat Kayin entlang der Grenze zu Thailand aktiv. Moke Thon könnte nach Hpa-an umgezogen sein, um zu verhindern, dass die thailändische Regierung ihn festnimmt, sagte ein politischer Kommentator. (Frontier Myanmar)


Myanmars Militärchef General Ye Win Oo soll bei einem Treffen mit dem Vorsitzenden des Thai National Security Council in Naypyitaw den Druck auf Thailand, den grenzüberschreitenden Waffenfluss an myanmarische Widerstands-gruppen einzudämmen, erhöht haben.

Beide Seiten erörterten Maßnahmen zur Grenzsicherheit, um den Schmuggel von Waffen, Drogen und Chemikalien zu unterbinden. Die Gespräche fanden nur wenige Tage nach dem jährlichen Gipfeltreffen vom 19. bis 20. August in Bangkok statt, bei dem Pläne zur Unterbindung des grenzüberschreitenden Schmuggels besprochen wurden.

Der Putschführer und “Präsident” Min Aung Hlaing drängte erstmals bei einem Treffen mit dem thailändischen Premierminister Anutin Charnvirakul am 7. August in Bangkok darauf, die Versorgungsroute zu blockieren. Ye Win Oo erörterte dasselbe Thema in separaten Gesprächen mit seinem thailändischen Amtskollegen, General Ukris Boontanondha, während seines jüngsten Besuchs in Thailand. (The Irrawaddy)


Der russische staatliche Atomkonzern Rosatom rechnet damit, im Jahr 2027 mit den Arbeiten an einem Kernkraftwerk in Myanmar zu beginnen, nachdem ein Vertrag über die ersten Erkundungsarbeiten unterzeichnet wurde.

Ein im März 2025 unterzeichnetes zwischenstaatliches Abkommen regelt die Zusammenarbeit bei einem 110-Megawatt-Kernkraftwerk mit zwei Reaktoren, das auf 330 MW erweitert werden kann. Der russische Ministerpräsident Michail Mischustin erklärte letzte Woche, das Projekt werde „zu einem neuen Symbol der Freundschaft zwischen Russland und Myanmar werden“.

Während Min Aung Hlaings erster Reise nach Russland als “Präsident” Anfang dieses Monats bezeichnete sein Amtskollege Wladimir Putin das Kernkraftwerk als „Vorzeigeprojekt“ für beide Länder. Das Regime eröffnete 2023 in Yangon ein Informationszentrum für Kernenergie und unterzeichnete im vergangenen Jahr Abkommen mit Russland über nukleare Sicherheit und Strahlenschutz. (The Irrawaddy)


Laut lokalen Quellen haben sich die militärischen Räumungsmaßnahmen rund um den geplanten Tiefseehafen Dawei und die Sonderwirtschafts-zone im Süden Myanmars seit der jüngsten Reise des Regimechefs Min Aung Hlaing nach Moskau Anfang dieses Monats verschärft.

Seit Juli drängt die Junta auf die territoriale Kontrolle über die Region Tanintharyi, um den Weg für das von Russland unterstützte Projekt zu ebnen.

Tausende Soldaten wurden in den Gemeinden Launglon, Yebyu und Thayetchaung stationiert, um den Küstenkorridor zu sichern, in dem die Sonder-wirtschaftszone und der Hafen entstehen sollen. Mehrere Infanteriebataillone des Triangle Region Command sowie eine in Kanpauk bei Yebyu stationierte Marineeinheit haben sich der Offensive angeschlossen.

Widerstandskräfte berichten, dass das Regime Kampfjets, Y-12-Flugzeuge, Gyrokopter und Marineartillerie einsetzt, um Dörfer zu bombardieren, wobei Zivilisten getötet und verletzt werden.

„Sie räumen Dörfer rund um das Gebiet, um Widerstandskräfte aufzuhalten“, sagte ein lokaler Kommandeur des Kommandos der zivilen National Unity Government. „Marineschiffe feuern schwere Waffen auf Dörfer ab. Viele Einwohner wurden getötet oder verwundet. Die Lage ist dramatisch.“

In den letzten Tagen seien durch schweren Beschuss der Marine mindestens zehn Einwohner getötet worden, während Bodentruppen willkürliche Tötungen verübt hätten, darunter die Hinrichtung von drei Jugendlichen, die im vergangenen Monat vertriebenen Dorfbewohnern geholfen hatten.

Nachdem es dem Regime nicht gelungen war, wichtige Abschnitte des Union Highway Nr. 8 und der Handelsroute Dawei–Htee Khee unter seine Kontrolle zu bringen, verstärkt es nun seine Kontrolle über die Seewege. Die Junta hat die Gemeinde Thayetchaung südlich der Sonderwirtschaftszone ins Visier genommen, um zu verhindern, dass Widerstandskräfte die Versorgungslinien der Marine unterbrechen. (The Irrawaddy)


Mehrere einheimische Banken haben seit Mittwoch Myanmar-Staatsangehörige im Ausland daran gehindert, ihre digitalen Zahlungs-Apps zu nutzen.

Khit Thit Media veröffentlichte gestern ein Bild einer Anweisung der vom Regime kontrollierten Zentralbank Myanmars an eine einheimische Bank. Darin wird die Bank aufgefordert, die Geolokationsbeschränkungen für Nutzer einzuführen. Die Beschränkungen könnten die Möglichkeit einschränken, grenzüberschreitende Transaktionen durchzuführen.

Ein leitender Mitarbeiter einer nicht namentlich genannten Bank bestätigte gegenüber BBC Burmese die Echtheit der Anweisung. Demnach habe die Zentralbank die inländischen Banken angewiesen, „Geo-Blocking, standortbasierte Beschränkungen und IP-basierte Beschränkungen“ einzuführen. Die Anweisung verpflichtet die Banken außerdem, ihre digitalen Zahlungssysteme zu überwachen und Maßnahmen gegen Nutzer zu ergreifen, die versuchen, aus dem Ausland auf die Dienste zuzugreifen. (Frontier Myanmar)


Rund 2.000 Einsatzkräfte und Freiwillige bemühen sich derzeit darum, den Toe-Fluss in Ayeyarwady’s Nyaungdon Township einzudämmen, nachdem ein großer Abschnitt des Deichs eingestürzt ist.

Ein Leiter einer örtlichen Rettungsorganisation sagte, es werde erwartet, dass der Pegel des Flusses angesichts der prognostizierten Regenfälle weiter steigen wird.

Anwohner berichteten, dass in der Nähe des Dorfes Gan Chaung ein 91 Meter langer Abschnitt des Deichs eingestürzt sei. Lediglich einige Meter des Flussufers seien intakt geblieben. Der Einsturz ereignete sich an einem bedeutenden Seitenarm des Flusssystems des Irrawaddy, nur rund 50 Kilometer flussaufwärts von Myanmars größter Stadt Yangon. Ein regionaler Abgeordneter für Nyaungdon warnte, dass der Einsturz die Gefahr berge, die Straße zwischen Yangon und Maubin zu überfluten. Außerdem könnten bis zu 121km² Reisfelder und 283km² Fischzuchtanlagen überschwemmt werden. (The Irrawaddy)


Die Inhalte unserer Presserundschau aus myanmarischen Medien werden mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt. GSM übernimmt jedoch keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen.


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