
Am 5. März 2026 veranstaltete German Solidarity with Myanmar (GSM) e.V. sein sechstes Indo-Pazifik-Politbriefing, bei dem führende Experten zusammenkamen, um die wachsende strategische Partnerschaft zwischen Russland und Myanmar und ihre Auswirkungen auf die regionale und globale Sicherheit zu diskutieren. An dieser Online-Veranstaltung nahmen eingeladene Forscher, Politikwissenschaftler, Entscheidungsträger und Mitglieder der Zivilgesellschaft teil, die sich für die sich wandelnde geopolitische Dynamik im Indopazifik interessieren.
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Am 5. März 2026 veranstaltete German Solidarity with Myanmar (GSM) e.V. sein sechstes Indo-Pazifik-Politbriefing, bei dem führende Experten zusammenkamen, um die wachsende strategische Partnerschaft zwischen Russland und Myanmar und ihre Auswirkungen auf die regionale und globale Sicherheit zu diskutieren. An dieser Online-Veranstaltung nahmen eingeladene Forscher, Politikwissenschaftler, Entscheidungsträger und Mitglieder der Zivilgesellschaft teil, die sich für die sich wandelnde geopolitische Dynamik im Indopazifik interessieren.
Eine aktuelle Diskussion über die Beziehungen zwischen Russland und Myanmar
Im Mittelpunkt des Briefings stand die zunehmend sichtbare Annäherung zwischen Moskau und den Militärbehörden Myanmars. Seit dem Militärputsch in Myanmar im Jahr 2021 hat sich Russland offener als einer der wichtigsten internationalen Partner der Junta profiliert und diplomatische Unterstützung, militärische Ausrüstung und Ausbildung bereitgestellt. Die Referenten untersuchten, wie sich diese Beziehung über den Waffenhandel hinaus auf eine umfassendere politische und strategische Koordination ausgeweitet hat.
Beide Seiten profitieren von der Zusammenarbeit. Russland betrachtet Myanmar als strategischen Einstiegspunkt in Südostasien und den gesamten indopazifischen Raum. Gleichzeitig sind die Behörden Myanmars auf die Unterstützung Russlands angewiesen, um ihre internationale Isolation und Sanktionen zu mildern.
Russische Waffen – ein Wendepunkt im Bürgerkrieg in Myanmar?
Soe Myint, Chefredakteur und Mitbegründer von Mizzima, gab einen Überblick über die aktuelle politische Lage in Myanmar und die internen Dynamiken, die die außenpolitischen Entscheidungen der Junta beeinflussen. Er erklärte, wie die Militärführung aktiv Partnerschaften mit autokratischen Staaten angestrebt hat, die zu einer Zusammenarbeit bereit sind, insbesondere mit Russland und China. Er betonte, dass sich die Beziehungen zwischen Russland und Myanmar weiter festigen werden, da ihre Bedeutung für Russland über Myanmar hinausgeht.
Alexey Yusupov, Leiter des Russland-Programms der Friedrich-Ebert-Stiftung, untersuchte die allgemeinen außenpolitischen Ziele Russlands. Er betonte, wie wichtig es sei, zwischen verschiedenen Bereichen der Zusammenarbeit zu unterscheiden. Während in den Medien oft dargestellt wird, dass sich die Beziehungen zwischen Russland und Myanmar auf viele Bereiche ausweiten, merkte Yusupov an, dass viele Formen der Zusammenarbeit nach wie vor begrenzt oder weniger substanziell sind, als es den Anschein hat. Im Gegensatz dazu sticht die militärische Zusammenarbeit als der beständigste und funktionalste Bereich der Partnerschaft hervor, was die Rolle Russlands als wichtiger Waffenlieferant und Sicherheitspartner der militärischen Führung Myanmars widerspiegelt.
Svetlana Zens, Expertin für digitale Rechte und IKT, konzentrierte sich auf die Rolle von Technologie, digitaler Governance und Informationskontrolle in der autoritären Zusammenarbeit. Sie hob das langjährige Interesse Russlands an Myanmar, die Zusammenarbeit beider Länder im Bereich Cybersicherheit und die offensichtlichen Parallelen zwischen dem Verständnis der Junta von digitalen „Rechten” und dem der russischen Führung hervor. Tools und Fachwissen, die zur Bekämpfung von Cyberkriminalität wie in Betrugszentren eingesetzt werden, könnten potenziell für die Überwachung im Inland umfunktioniert werden.
Prof. Dr. Andreas Heinemann-Grüder, Fellow am Global Public Policy Institute in Berlin und Professor an der Universität Bonn, analysierte die geopolitischen und sicherheitspolitischen Auswirkungen des Engagements Russlands in Myanmar. In seinen Ausführungen ging er darauf ein, wie sich diese Beziehung auf die regionale Stabilität, die Rüstungsdynamik und die allgemeine Architektur des Sicherheitsumfelds im indopazifischen Raum auswirken könnte.
Auswirkungen auf Europa und den indopazifischen Raum
Ein zentrales Thema des Briefings war die Bedeutung der Beziehungen zwischen Russland und Myanmar für die europäische Sicherheit und die internationale Governance. Die Referenten hoben hervor, dass die Kooperationsnetzwerke zwischen autokratischen Regierungen immer sichtbarer werden, über regionale Grenzen hinausreichen und die globale politische Dynamik beeinflussen.
Die Teilnehmer diskutierten, wie sich die europäischen Entscheidungsträger auf diese Entwicklungen einstellen müssen. Eine Möglichkeit, die Junta zu schwächen, wäre es, Schiffe und Unternehmen zu identifizieren, die die Lieferung von Flugbenzin und Waffen an das Regime ermöglichen, die sogenannten „Cronies“ in beiden Ländern zu schwächen und den demokratischen Widerstand zu unterstützen.
Die Indo-Pacific Political Briefing Series von GSM bietet eine Plattform für fundierte Diskussionen über politische Entwicklungen, die Myanmar und die gesamte Region betreffen. Durch die Zusammenführung von Wissenschaftlern, Journalisten und Politikexperten soll die Reihe ein tieferes Verständnis für komplexe geopolitische Entwicklungen und deren Auswirkungen auf demokratische Regierungsführung, Menschenrechte und internationale Zusammenarbeit fördern.

